Esther Hasler - "Laus den Affen" Klavierkabarett für Menschen und
andere Primaten
Hören, sehen und
vergehen
Eigentlich ist das Lausen ja ein wunderbares, inniges, gemeinschaftliches
Ritual - man kommt sich nahe. Allerdings näher, als Leuten lieb
ist, die sich vor lauter Zivilisation nicht mehr an die Urahnen auf
Bäumen und Felsen erinnern. Muss man das alles sehen und wissen?
Esther Hasler sicher. Sie stellt ihr Mikroskop tiefenscharf und kratzt
dort, wo zartbesaitete Therapeuten und fanatische Tierfreunde gerne
mal wegschauen: An den menschlichen Beziehungen zu Angehörigen
der eigenen Spezies, aber auch zu absolut anders gearteten Wesen.
Mit ihrem feingeeichten Seismografen registriert Hasler die kleinen
und grossen menschlichen Beben, schürft tief in un- und urvertrauten
seelischen Tiefen, wo sich Instinkt und Intellekt schon lange gute
Nacht gesagt haben, wo Kultur und Natur zu verfliessen beginnen. Sie
zeigt den Homo Sapiens, diese bedrohte Rasse, beim leichtfüssigen
oder lustlosen Lavieren mal neben, mal auf der Lebenslinie, mal als
Parasitenhasser mit Putzfimmel. Frau Friedli sinniert über das
Zeitliche, über moderne Gehgewohnheiten und männliche Rundungen.
Gruschenka, die Adoptivgrossmutter, oszilliert zwischen existentieller
Lebensweisheit, praktischen Ratschlägen zur alltäglichen
Lebensbewältigung und später Vergänglichkeit.
Antworten ohne Fragen
Warum es im Hotel Mamma die beste Pasta gibt; warum Jäger selten
zu Gejagten werden; warum sich Wissenschaft und Wirklichkeit so gerne
widersprechen; was Intimität und Immunität, Sparschäler
und Fusserotik, Migranten und Walking miteinander zu tun haben; warum
permanente Partnerschaften im Zeitalter penetrant propagierter Promiskuität
so viel Beziehungsarbeit machen; warum Inder zwar nett, den Europären
trotz aller Globalisierung aber nicht näher gekommen sind; wie
man politisch korrekt schwarze Arbeiterinnen aus Afrika versteckt.
All dies klaubt Esther Hasler mit flinken Pianistenfingern ungefragt
und frech aus dem Faulpelz der Fernseher, aus den vergeistigten Rastalocken
von Viellesern, aus strähnigem Filz auf mürben Hirnrinden.
Statt mit lausigem Lamento lockt sie mit Witz und Charme aus der Reserve.
Eine erfrischende, humoristische und hygienische Frischzellenkur für
Schnelldenker und Langsamfahrer. Ein Kabarettabend zum Haareraufen
für frisierte Visionäre, die kein Blut sehen können.
Kurz: ein sinnliches und sinniges Stück für ganz gewöhnliche
Leute. Wie formuliert es Obelix, der erste Weise der Weltliteratur
seit Shakespeare: «Die spinnen, die Menschlichen!»
Text & Musik: Esther Hasler
Regie: Annette Windlin
GEORGE sind zurück! Die Seeländer Mundartrocker
melden sich mit einem neuen Longplayer zurück der das Zeug zum
Genre-Klassiker hat. „Härz“ bietet alles was die
Fans am Berner Sextett mögen: eingängige Melodien, satter
Rock, etwas Roots-Feeling, herzliche Balladen und authentische Texte
die hundertprozentig von Herzen kommen. Nur folgerichtig, dass George
ihre dritte CD „Härz“ getauft haben.
„Härz“ ist einmal mehr eine überzeugende
Vorstellung einer Band, die einst mit ihrer Version von „Vogel
ohni Flügel“ den Anstoss zur „Reberrock“-Kompilation
gegeben hat. Sie traten bei „Benissimo“ auf, und überzeugten
letztes Jahr bei über 60 Konzerten ihre treuen Fans aufs Neue
- mit Songs, die direkt von Herzen kommen.
Michel Gammenthaler - "Zeitraffer" Schauspiel, Komik & Magier
Michel Gammenthaler ist wieder am Drücker.
Und: Dieses Mal hat er es eilig! Schliesslich ist er auch schon bald
40. Die Zeit läuft. Sie rast. Gammenthaler – hinterher.
Versucht aufzuholen, Luft zu holen.
Mit allen Mitteln: Power-Napping, Anti-Aging,
Multi-Tasking oder ganz einfach mit Aufgeb-ing. Warum läuft unser
Leben wie im Zeitraffer? Warum dehnt sich die Zeit immer nur beim
Zahnarzt? Wo verbringt die Zeit ihre freie Minute? Wie viel Zins kriegt
man auf gesparte Zeit?
Es ist endlich Zeit für Antworten! Damit
die Zeit nicht davonläuft, ist Gammenthaler wieder mal alles
gleichzeitig – Komiker Magier und Schauspieler. Eines ist sicher:
Dieser Abend ist schneller vorbei, als Ihnen lieb ist!
C'est un rêve, une folie Sinnberührende Klangbilder mit Liedern,
Songs und Stücken von Offenbach bis Satie
Musikalisch farbenprächtig und warm, nehmen
Olive Wetter und Lucia Emel Lieder und Stücke von Offenbach bis
Satie auf eine Zeitreise ins Frankreich der vorletzten Jahrhundertwende
mit. Sie erzählen mit einer Prise Ironie, Schwärmerei und
einem Quäntchen Schwermut von Liebe und menschlichen Gefühlen.
Die Künstler:
Lucia Emel - Mezzosopran
Olive Emil Wetter - Piano
Netzer & Scheytt (ehemals Oldtime Blues and Boogie Duo) Blues
Jahrelang als Geheimtip gehandelt,
hat sich das OLDTIME BLUES & BOOGIE DUO in den letzten Jahren
eine Sonderstellung in der europäischen Bluesszene erarbeitet.
Einer der Schlüssel zum Erfolg von IGNAZ NETZER und THOMAS SCHEYTT
seit ihrem Gründungsjahr 1986 liegt darin, jeder Nummer ihres
Repertoires ein Sahnehäubchen aufzusetzen und ein Konzert der
beiden wird deshalb zu einem sich stetig steigernden Erlebnis ohne
plumpe Effekthascherei. Die beiden Schwaben können für sich
in Anspruch nehmen, die seit Beginn des II. Weltkriegs vergessene
Tradition des Gitarre-/Piano-Duos wieder aufleben gelassen zu haben.
Mit dieser äußerst kreativen Epoche der Bluesgeschichte
verbinden sich Namen wie Leroy Carr, Big Bill Broonzy, Tampa Red,
Big Maceo Merriweather und v.a. Diese Tradition mit atemberaubender
Stilsicherheit aufzupeppen, beherrschen Netzer/Scheytt meisterlich.
Marc Sway geht seinen Weg. In "One Way".
Er hat sich viel Zeit gelassen, um neue Songs zu schreiben.
Dass sich der Endzwanziger weiter entwickelt hat und dennoch zu seinen
Wurzeln zurück gekehrt ist, machen Marcs zweites Album "One
Way" und die Live-Konzerte überdeutlich: mit einer verblüffenden
Leichtigkeit verbindet er brasilianische Rhythmen mit R&B, Soul,
Funk und Pop. Retro-Sound trifft auf Moderne, Altes auf Neues, ein
Ohrenschmaus mit Qualität und viel Gefühl.
Sein Gast an diesem Abend ist die charismatische,
seit ein paar Jahren in der Schweiz wohnhafte, amerikanische Ausnahme-Sängerin
Freda Goodlett.
Michael Elsener - Vorpremiere "copy & paste" Comedy & Kabarett
Michael Elsener will berühmt
werden und das so ziemlich sofort. Aber warum das Programm selber
schreiben, wenn man vieles fixfertig aus dem Internet herunterladen
kann? Heute wird alles kopiert. Uhren, Mode, Medikamente, Kunst, Musik.
copy & paste. Hemmungslos aber heimlich.
Michael Elsener hingegen kopiert
im Rampenlicht. Präzise und witzig.
Auf der Bühne spielt sich
der junge Komiker temporeich durch aufregende Figuren, freche Parodien
und pointierte Geschichten. Sympathisch und faszinierend kreuzt Michael
Elsener Sportler mit Starköchen, Musiker mit Politikern und begeistert
so sein Publikum. Denn Michael Elsener ist schnell, clever –
und unwahrscheinlich charmant. Seinem Charisma kann man sich nicht
entziehen! Er kreiert sich eine eigene Welt – und wenn die nicht
passt, dann wird kopiert…
Dodo Hug zieht ihre Kreise. Singend und erzählend,
sinnierend und ausschweifend. Das tut sie schon seit langer Zeit.
Und trotzdem ist sie eine Entdeckungsreisende geblieben in Sachen
Sprache und Musik. Ihr neues Programm ist kugelrund: Es heisst Kreis.
Und es handelt zum Beispiel von Teufelskreisen, aus denen auszubrechen
hilft, wenn festgefahrene Denkmuster auf die Probe gestellt werden;
vielleicht nur durch ein Wort, das neu betont, neu zusammen gesetzt
und nicht mehr ein Begriff, sondern fast ein
bisschen Musik wird. Sprache wird dann zum Spiel und auch das Denken
bekommt Spiel. Es bricht aus dem Kreis aus. Die Sprache verselbständigt
sich. Kunst liefert keine fertigen Antworten, sie regt zum Denken
an, eröffnet Freiräume. Aus dem Kreis bricht auch Dodo Hug
aus. Nachdem ihr letztes Programm um das Thema Kriminalgeschichte
gekreist war, geht die vielsprachige Sängerin wieder jenen Geschichten
und Liedern nach, die sie
bewegen. Sie singt, was ihr gefällt. Stilistische Grenzen dienen
ihr in erster Linie dazu, sie zu überspringen. Vom halben Erdkreis
stammen die Melodien, die sie inspirieren, ihr im Kopf umherkreisen,
bis sie zu Liedern werden. Tragik und Komik, Melancholie und Leichtigkeit
fliessen ineinander. Sich im Kreis drehen heisst nun nicht mehr, nicht
vorwärts zu kommen, sondern sich auf den Lebenskreis einlassen
und Ideen und Gedanken in Bewegung setzen. Kreisrund geschliffen ist
der Kreis deswegen nicht. Er hat durchaus scharfe Kanten. Wie das
Leben selbst halt auf dieser Erdenkugel, die sich um
sich selbst dreht und trotzdem ständig eine andere wird.
Dodo Hug & ihr Team freuen sich darauf, auch ihre Kulturkreise
musikalisch zu stören.
Magic Girls des Okay Theaters vom Leben und anderen Träumen
Ein skuril-witzig-tragisches
Stück um die Frage: Wann merkt man, wenn etwas vorbei ist.
Seit 24 Jahren unterhalten
THE MAGIC GIRLS in ihrem eigenen Variété-Theater ihr
Publikum mit zweitklassigen Zaubertricks. Annamaria versucht dabei
immer wieder mit ihrer erotischen Ausstrahlung das männliche
Publikum in ihren Bann zu ziehen. Julie, die sich in Numerologie auskennt,
hat sich der echten Magie verschrieben. Irina mit ihrer russischen
Grossmutter kämpft ständig mit ihrer Auftrittsangst. Dieses
zusammengeschweisste Trio weiss raffiniert das nahende Ende zu verdrängen
und steckt die ganze Energie in sein geplantes Jubiläumsprogramm.
Sie haben ihre Macht, ihre Hoffnung und ihre Träume und daraus
gestalten sie ihre eigene Wirklichkeit.
Alles wird gut. Vielleicht? Sicher!
Lachen sie Tränen und weinen Sie vor Freude mit den Magic Girls.
Dies ist die dritten Produktion
des „okay theaters“. Die beiden ersten Produktionen „Shirley
Valentine“ und „All’Arrabbiata“ waren Publikumslieblinge
und wurden beide nahezu 50 Mal in der deutschen Schweiz gezeigt. Es
spielen wiederum Renate Adam, Hanny Gerber und Marianne Tschirren.
Regie führt neu die Berner Regisseurin Sibylle Heiniger.
Anderthalb Jahre nach ihrer erfolgreichen «Greatest
Hits»-CD meldet sich
Natacha zurück: die Berner Rocklady überrascht auf ihrem
zehnten Album,
das folgerichtig «N° 10» heisst, mit hart rockenden
Gitarren und Melodien,
die sich nicht so rasch aus den Gehörgängen vertreiben lassen.
Mit anderen
Worten: Natacha liefert einmal mehr Qualitätsarbeit ab, die in
Sachen Mundart-
Rock Massstäbe setzt.
Strohmann-Kauz "ungedüre" Komik, Klaustrophobie und Tragik
Pedro Lenz schickt
Strohmann-Kauz in den Berg
Die beiden Schauspieler Matthias Kunz (Bern) und Rhaban Straumann
(Olten) alias Strohmann-Kauz zeigen mit ihrem neuen Stück „ungerdüre“
unverschnörkeltes Gegenwartstheater. Der dramatisch-politische
Text von „ungerdüre“ stammt aus der Feder des Berner
Schriftstellers Pedro Lenz. Mit seiner exakten Beobachtungsgabe, dem
liebevollen Umgang mit seinen Figuren und seinem Sprachwitz, passt
Lenz wunderbar zu Strohmann-Kauz. Die Inszenierung trägt die
feinfühlige und präzise Handschrift der Regisseurin Priska
Praxmarer. Mit einem sorgfältig eingesetzten Lichtspiel und minimalen
technischen Mitteln setzt sie die Textvorlage von Pedro Lenz überzeugend
um. Der Musiker Werner Hasler bereichert das Stück mit einem
diskreten, stimmungsvollen Klangbild.
Tiefschürfendes im Berg
Die zwei Mineure Iseli und Role arbeiten auf einer Tunnelbaustelle
im Mittelland. Tief im Landesinnern sinnieren sie über den Sinn
ihrer Arbeit, ihres Daseins und den Sinn einer Idee an sich. Sie durchleben
die Sonnen- und Schattenseiten von Freundschaft und zweifeln am Licht
am Ende des Tunnels. In lakonischen Dialogen erzählt „ungerdüre“
von der Freundschaft zweier Arbeitskollegen, von einer Geschichte
rund um Umfahrungen, Misstrauen und Aberglauben. Iseli und Role hantieren
umständlich mit ihren Gefühlen. Die Freundschaft dreht sich
um geteilte und umkämpfte Liebe - worüber schliesslich keiner
spricht.
Was beim ersten Eindruck als satirische Betrachtung der Schweiz daher
kommt, entwickelt sich zu einem höchst dramatischen (Überlebens-)
Kampf zweier Freunde. Selbsttäuschungen sind nicht weniger heftig
als Sehnsüchte und die verdrängte Wahrheit wird nur langsam
sichtbar. Bei aller Tragik verliert „ungerdüre“ aber
nie seinen Humor. Der Tod ist allgegenwärtig und die heilige
Barbara eine eifersüchtige Schutzpatronin.
„Ds Erschte isch immer das wome macht. Und ds Zwöite isch
das, wome nid macht. Und ds Dritte sy d Usrede, wome sech säuber
zrächt leit, für das wome gmacht het und für das wome
sött mache und wome glych nid macht.“
Unterhaltendes Theater
Das gut eingespielte Duo Strohmann-Kauz läuft in seiner zweiten
gemeinsamen Produktion zu Hochform auf. Mit „ungerdüre“
gelingt Strohmann-Kauz, Pedro Lenz, Priska Praxmarer und dem Musiker
Werner Hasler ein Stück Schweizer Theater zu einer brandaktuellen
Thematik. Aber Achtung: Strohmann-Kauz sind weder Kabarett noch Comedy;
„ungerdüre“ oszilliert zwischen Komik, Klaustrophobie
und Tragik und ist Politsatire und bürgerliches Trauerspiel zugleich.
Sie merken: Wieder passt für Strohmann-Kauz keine Schublade -
ausser vielleicht sprechende Kleinkunst, viel versprechende Kleinkunst,
in der auch poetische Momente ihren Platz haben.
Oder wie der Blick nach der Premiere schrieb: „ungerdüre
ist weder Schenkelklopferparade noch intellektueller Kunstmurks. Es
ist einfach unterhaltendes Theater mit Anspruch – man dankt.“
(Blick/Kultur 4. 4. 08).
Spiel Matthias Kunz und Rhaban Straumann / Text Pedro Lenz / Regie
Priska Praxmarer / Klangbild Werner Hasler /
Requisiten Roger Weber / Technik Michael Grob